Raja Ampat

Dugongs grasen unweit vom Strand auf den Seegraswiesen, dahinter erstrecken sich kilometerweit unberührte Korallengärten. Schon beim ersten Tauchgang zeigen sich Manta-Rochen, Riff- und Teppichhaie und mit offenen Augen zahlreiche winzige bunte Nacktschnecken. Für viele Taucher ist Raja Ampat wohl so etwas wie der Heilige Gral und ich verstehe langsam warum. Hunderte meist unbewohnte kleine Inseln laden zum Tauchen und schnorcheln ein. Da die Anreise bis hierhin nicht so einfach ist, ist der große Tourismus Boom bislang ausgeblieben, was wiederum der Unterwasserwelt sehr zu Gute kommt. Derzeit gibt es einige wenige teure Tauchresorts und vor allem Tauchsafariboote, deren Wochenpreise sich eindeutig eher an Zahnärzte mit gut laufender Praxis richten.

Allerdings wird gegenwärtig auf einer der großen Inseln ein neuer Flughafen gebaut, was für die nächsten Jahre bedeutet, dass der Tourismus hier wohl explodieren wird.
Ich wohne derzeit auf der Insel Waigeo in einem Homestay bei einer indonesischen Familie am Strand und bin der einzige Gast. Meine Bambushütte steht unter Palmen direkt am Strand, Verand und Hängematte dazu. Mehr braucht es eigentlich nicht. Ahmat, das Familienoberhaupt, kümmert sich rührend und das alte Mütterchen im rosa geblümten Schlafrock kocht vorzüglichen Fisch wenn sie nicht gerade auf der hellblauen Veranda neben sitzt und Radio hört. Daneben zielt ein verrostetes amerikanisches Maschinengewehr ins türkisblaue Inselnirvana.
Die Veranda meiner Strandhütte wiederum, wird leider regelmäßig vom größten Hahn des Ortes dazu erkoren, einen angemessener Balkon für seine morgendliche Ansprache ans Volk darzustellen. Ich nehme mir vor in den nächsten Tagen zur Abwechslung vom Fisch einmal nach Hähnchen zu verlangen.
Leider hat das hinterhältige Tier wohl meine Pläne durchschaut und mir irgendwie eine Magenverstimmung beschert. Die nächsten beiden Tage verbringe ich jedenfalls in Bett und Hängematte, unterbrochen von gelegentlichen Schnorchelausflügen und Ausflügen an dunklere Orte. In den nächsten Tagen soll es weiter gehen auf eine andere Insel. Im Vorbeifahren mit dem Tauchboot habe ich bereits einige nette Fleckchen Erden ausgemacht, allerdings ist die Organisation nicht so ganz einfach. Die Preise für Bootcharter und vor allem Zweitaktgemisch haben sich auch gewaschen. Bei umgerechnet 50 bis 75 Euro will die Fahrt gut überlegt sein. Dafür kriegt man hier durchaus auch einen dreistündigen Inlandsflug. Aber nach vier Tagen wird es Zeit für etwas neues.

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