selamat jalan

Ein bisschen wie Hape Kerkeling als Beatrix komme ich mir vor, stets eine Hand zum Gruß aus dem Fenster, wenn im Vorbeifahren wieder ein „Hello Mister“ Ruf von der Straße ertönt. Ich bin auf dem Weg zum Fort Amsterdam, einer Festung aus dem 17. Jahrhundert, als Muskatnuss noch in Gold aufgewogen wurde und nicht die Freiheit Europas am Hindukusch, sondern die Handelsmonopole der Niederländer auf den Molukken verteidigt wurden.

Die Verträge die die Niederländer mit den Herrschern der Banda-Inseln geschlossen hatten, wurden von den Einheimischen seinerzeit eher als unverbindliche Absichtserklärung betrachtet und so wurde auch mit den Engländern reger Handel betrieben. Als Strafe dafür wurden durch die Niederländer sämtliche Einwohner der Banda Inseln ermordet oder vertrieben. England bediente seinen Markt für Muskatnuss von der Insel Run. Nachdem es gelang Muskatnuss anderswo zu kultivieren, verbrannten sie sämtliche Muskatbäume auf Run und boten den Holländern die letzte unbedeutende Molukkeninsel zum Tausch gegen eine ebenfalls unbedeutende kleine Insel vor New York an. New Amsterdam.

Muskatnuss gibt es heute in jedem Supermarkt, die Molukken werden im deutschen Sprachgebrauch fälschlicherweise nicht primär mit einer Inselgruppe assoziiert, sondern gelegentlich gering schätzend mit dunkelhaarigen Halbstarken aus der Sozialsiedlung nebenan, und nahe dem Äquator verrotten dicke Wehranlagen mit Namen Amsterdam oder Victoria aus einer anderen Zeit. Für New Amsterdam, auch bekannt als Manhattan, ist es hingegen etwas besser gelaufen.

Morgen geht es für mich zurück nach Jakarta, für einen Tag zurück in die heile Welt der klimatisierten Shoppingmalls mit ihren austauschbaren Geschäften und Gesichtern, in der Hoffnung noch ein paar Mitbringsel kaufen zu können.
Und dann endet auch schon meine diesjährige Reise durch einen Teil Indonesiens, der noch weit abseits der touristischen Route liegt und selbst vielen Indonesiern fremd. Was bleibt sind wieder viele Fotos und Eindrücke, Erinnerungen an interessante oder verrückte Menschen, die ich kennenlernen durfte. Vor allem aber bleibt das Gefühl, wieder einen neuen Blickwinkel auf die Probleme unsere Welt gewonnen zu haben und unsere komfortable Situation in Deutschland wieder etwas mehr wertschätzen zu können.

Selamat jalan – gute Reise! Bis zum nächsten Mal.

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