Morgendliche Symphonie

Frankfurt Flughafen, Sicherheitsheitskontrolle. Es ist noch früh. Meine Schlange ist nicht sonderlich lang, jedoch recht beige.
„Haben Sie einen Laptop oder eine Ipad dabei?“
„Nein, mein Mann sagt, das ist nichts mehr für uns“, sagt die alte Dame
Recht hat sie wahrscheinlich, scheint der Sicherheitsangestellte zu denken, zumindest winkt er sie wortlos durch den Metalldetektor, der daraufhin freudig quietschend zur Höchstform aufläuft.
„Haben Sie noch etwas in den Taschen?“
„Nein, ist wahrscheinlich die Hüfte“
Die ist es wohl, bestätigt der lärmende Handdetektor und beide Knie auch. Wobei rechts etwas höher klingt. Dazu noch die Schuhsohle, die Uhr und, ach das Telefon und wo kommt denn das Kleingeld her?
Die Frage bleibt unbeantwortete. An Metall mangelt es offenbar auch nebenan bei ihrem Gatten nicht. Und so erklingt ein paar Minuten eine bizarre Symphonie der Metalldetektoren. Spuren des Lebens und Alterns in Tönen. Zweistimmig.
Respekt, die beiden sind schon sehr weit über die Achtzig und wacker auf dem Weg in die Staaten.
Auf das Leben und das Reisen, denke ich, während ich durch das Tor zum Sicherheitsbereich schreite und mich auf die Suche nach meinem Gate in Richtung Toronto mache.
Über Kanada geht meine Reise dieses Jahr weiter nach Havanna auf Kuba und von dort nach Costa Rica. Nachdem die letzte Reise durch Papua und auf die Molukken sehr abseits touristischer Routen war, stehen diese beiden Ziele in jedem Katalog und Reisebüro zur Auswahl. Das wird mich aber nicht davon abhalten, die beiden Länder auf meine Weise zu entdecken.

Auf nach Kuba!
Doch zunächst müssen noch sechs Stunden in Toronto überbrückt werden….

 

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